| Checkmk
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| CheckMK logo.svg | |
| Basisdaten
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| Entwickler | Tribe29 GmbH[1] |
| Erscheinungsjahr | 2008 |
| Aktuelle Version | 2.5.0 |
| Aktuelle Vorabversion | 1.6.0b5[2] (12. August 2019) |
| Betriebssystem | Linux |
| Programmiersprache | Python, C++ |
| Kategorie | IT-Infrastruktur-Monitoring |
| Lizenz | GPLv2, Checkmk Enterprise License[3] |
| https://checkmk.com/de | |
Checkmk (Eigenschreibweise: checkmk) ist eine Monitoring-Software zur Überwachung von IT-Infrastrukturen und Softwareanwendungen, die in Python und C++ entwickelt wurde. Ursprünglich im Jahr 2009 als Erweiterung für Nagios veröffentlicht, ist es ein eigenständiges System, das Infrastruktur-Monitoring mit der Erfassung von Metriken auf Anwendungsebene verbindet.[4] Die Software wird von der Checkmk GmbH mit Hauptsitz in München entwickelt.[5]
Geschichte
BearbeitenCheckmk wurde 2008 von Mathias Kettner in München initiiert. Ziel war es, eine Erweiterung für das Nagios-Monitoring-System zu schaffen, um die Konfiguration zu vereinfachen und die Leistung zu steigern. Die erste Version, damals unter dem Namen Check_MK geführt, wurde im April 2009 unter der GNU General Public License (GPL) veröffentlicht.[6][7] Im Jahr 2019 firmierte das entwickelnde Unternehmen Mathias Kettner GmbH in tribe29 GmbH um; gleichzeitig wurde der Produktname in Checkmk geändert. Im April 2023 folgte die Umbenennung in Checkmk GmbH.[8] Im April 2026 erschien die Version 2.5.[9] Die Software findet auch in der akademischen Forschung zur Überwachung großer IT-Systeme Erwähnung.[10]
Editionen
BearbeitenCheckmk wird unter einem Open-Core-Modell vertrieben. Im März 2026 wurde die Benennung der kommerziellen Varianten aktualisiert:[11]
- Checkmk Community: Eine freie Open-Source-Edition (GPLv2), die auf dem klassischen Nagios-Kern basiert.
- Checkmk Pro: Eine kommerzielle Edition, die den Nagios-Kern durch den proprietären Checkmk Micro Core (CMC) ersetzt. Sie enthält Funktionen für das automatisierte Agenten-Management, SLA-Berichte sowie native Schnittstellen für Kubernetes und Public-Cloud-APIs.
- Checkmk Ultimate: Eine kommerzielle Edition, die auf der Pro-Version aufbaut. Sie ist für dynamische Infrastrukturen ausgelegt und erweitert den Funktionsumfang um eine push-basierte Agenten-Kommunikation, ein dediziertes OpenTelemetry-Backend, verteilte Überwachung über eine Relay-Einheit sowie Multi-Mandanten-Fähigkeit.
- Checkmk Cloud: Eine reine Software as a Service (SaaS)-Edition. Sie wird vollständig von der Checkmk GmbH verwaltet und gehostet, bietet jedoch funktionell den Umfang der Ultimate-Edition für Cloud- und Hybrid-Umgebungen.
Funktionalität
BearbeitenDie Software bietet Überwachungsfunktionen für Server, Netzwerke und Anwendungen:
- Alarmierung: Benachrichtigungen bei Systemereignissen lassen sich über verschiedene Kanäle wie E-Mail, SMS oder ITSM-Plattformen weiterleiten.[9]
- Visualisierung: Die Software enthält integrierte Dashboards und Zeitreihen-Diagramme; zudem besteht eine Schnittstelle für den Datenexport nach Grafana und Prometheus.[12]
- Business Intelligence: Ein integriertes Modul erlaubt die Abbildung von logischen Abhängigkeiten zwischen verschiedenen Systemkomponenten.[12]
- Synthetisches Monitoring: Über Integrationen mit dem Robot Framework oder Playwright können automatisierte Abläufe zur Überprüfung der Benutzererfahrung simuliert werden.
- Inventarisierung und Log-Analyse: Checkmk bietet Funktionen zur Hardware- und Software-Inventarisierung sowie ein Event-Management auf Basis von Logdateien.[13]
Architektur und Technologie
BearbeitenDie Konfiguration in Checkmk erfolgt regelbasiert. Parameter werden über zentrale Regeln definiert und automatisch anhand von Tags oder Gruppenzugehörigkeiten auf die Zielsysteme (Hosts) angewendet.[14]
Monitoring-Kerne
Bearbeiten- Nagios-Kern: Wird in der Open-Source-Edition zur Ausführung der Messungen verwendet.
- Checkmk Micro Core (CMC): Kommt in den kommerziellen Editionen zum Einsatz. Diese in C++ geschriebene Engine ermöglicht unter anderem Konfigurationsänderungen im laufenden Betrieb, ohne dass der Core-Prozess neu gestartet werden muss.[15][16]
Datenerfassung und Transport
BearbeitenCheckmk identifiziert über einen Service-Discovery-Mechanismus die überwachbaren Komponenten eines Hosts.[14]
- Pull- und Push-Modelle: Die Software verwendet primär ein „Pull“-Modell, bei dem der Monitoring-Server den Agenten abfragt. Checkmk Ultimate und Checkmk Cloud unterstützen zudem ein „Push“-Modell, bei dem die Agenten die Verbindung zum Server initiieren.
- Checkmk Relay: Dieser für Checkmk Ultimate und Checkmk Cloud eingeführte Container ermöglicht das Monitoring entfernter oder segmentierter Netzwerke, ohne dass eingehende Firewall-Regeln erforderlich sind.
- Agentenbasierte und agentenlose Erfassung: Die Datenerfassung erfolgt über Agenten für Linux und Windows oder über Protokolle wie SNMP and WMI.[17][18]
- OpenTelemetry: Checkmk Cloud und Checkmk Ultimate verfügen über ein natives Backend zur Erfassung und Verarbeitung von OpenTelemetry-Metriken (OTLP). Dies ermöglicht das Monitoring von Rate, Errors und Duration (RED-Signalen) auf Anwendungsebene parallel zum Hardware-Status.[19]
Integrationen und Bereitstellung
BearbeitenCheckmk enthält integrierte Plugins für gängige Hardware-Komponenten (Server, Speicher- und Netzwerksysteme), Software-Anwendungen (Datenbanken, Webserver) und Cloud-Plattformen (AWS, Azure, Google Cloud Platform). Eigene Erweiterungen können in Python geschrieben werden.[18] Die Bereitstellung erfolgt über native Installationspakete für Linux-Distributionen (darunter Debian, Ubuntu, RHEL und SLES), als Docker-Image oder als virtuelle Appliance.[20][21]
Siehe auch
BearbeitenEinzelnachweise
Bearbeiten- ↑ tribe29.com. (abgerufen am 3. August 2021).
- ↑ github.com.
- ↑ Checkmk EULA. Checkmk GmbH, abgerufen am 31. Mai 2023.
- ↑ Peter Siering: Monitoring-System Check_MK in frischer Version 1.4.0. In: Heise Online. 31. Mai 2017, abgerufen am 31. Mai 2017.
- ↑ Checkmk – Unsere Geschichte. Checkmk GmbH, abgerufen am 31. Mai 2023.
- ↑ Mathias Huber: Nagios-Erweiterung Check_mk in Version 1.1.10. In: Linux-Magazin. 9. März 2011, abgerufen am 27. November 2015.
- ↑ Götz Rieger: Einfach mal Nagios – Netzwerk-Monitoring mit OMD und Check_MK. In: c't. 3. November 2012, abgerufen am 27. November 2015.
- ↑ Tribe29 becomes Checkmk. Comparitech, 14. April 2023, abgerufen am 22. September 2025 (englisch).
- ↑ a b Checkmk 2.5.0 Release Notes. Checkmk GmbH, 28. April 2026, abgerufen am 29. April 2026.
- ↑ Michael Kai, Oliver Schlenkrich, Michael Wirtz: Monitoring and Extending the Hochschulstart Admission System. In: Proceedings of the 2021 EasyChair Conference. EasyChair, 2021, abgerufen am 22. September 2025 (englisch).
- ↑ Checkmk Editionen. Checkmk GmbH, abgerufen am 17. März 2026.
- ↑ a b Monitoring von Webseiten, Mailkonten und Applikationen. IP-Insider, 18. Mai 2020, abgerufen am 29. September 2025.
- ↑ Die HW/SW-Inventur. Checkmk GmbH, abgerufen am 1. Mai 2026.
- ↑ a b Grundlagen des Monitorings mit Checkmk. Checkmk GmbH, abgerufen am 22. September 2025.
- ↑ Mathias Kettner: Der Checkmk Micro Core (CMC). Abgerufen am 5. Dezember 2018.
- ↑ Checkmk Dokumentation: Der Monitoring-Kern. Checkmk GmbH, abgerufen am 6. Mai 2026.
- ↑ Monitoring von Servern und Workstations. IP-Insider, 6. April 2020, abgerufen am 29. September 2025.
- ↑ a b Wie funktioniert das Überwachen von Schnittstellen und Ports mit Checkmk? IP-Insider, 7. September 2020, abgerufen am 29. September 2025.
- ↑ Monitoring von OpenTelemetry-Metriken. In: Checkmk Dokumentation. Abgerufen am 29. April 2026.
- ↑ Download. Checkmk GmbH, abgerufen am 31. Mai 2023.
- ↑ Checkmk aktualisieren – vorsichtig! IP-Insider, 2. November 2020, abgerufen am 29. September 2025.