Als Zeichenorientierte Benutzerschnittstelle werden Schnittstellen bezeichnet, die im Textmodus ausgeführt werden, aber den Bildschirm dennoch „flächig“ verwenden und nicht zeilenweise.

Der Begriff dient zur Abgrenzung einerseits von der zeilenweise arbeitenden Befehlszeilenschnittstelle (englisch command-line interface, CLI), andererseits von der grafischen Benutzerschnittstelle (englisch graphical user interface, GUI). Das Wort ist ein Retronym, welches nach dem Aufkommen der grafischen Benutzeroberflächen geprägt wurde. Im Englischen findet sich die Abkürzung TUI für englisch text-based user interface,[1] die aber auch englisch tangible user interface bezeichnen kann.

Implementierung

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Der Programmierer hat dabei nur die (typischerweise 256 verschiedenen) Zeichen eines einzigen Zeichensatzes zur Verfügung. Viele neuere TUIs haben seit Ende der 1980er Jahre versucht, Elemente der GUIs zu imitieren, indem mit Hilfe von Rahmen- und anderen Sonderzeichen Rahmen für Fenster oder andere Elemente wie Menüs, Checkboxen, Buttons etc. nachgebildet werden. Die meisten dieser neueren TUIs können mit der Maus bedient werden, allerdings sind fast immer alle Funktionen auch über die Tastatur erreichbar.

Eingabemasken bei Großrechnern haben häufig auch zeichenorientierte Benutzerschnittstellen. Das Protokoll tn3270 sendet – im Gegensatz zum zeichenorientierten Telnet – komplette Eingabemasken an ein Terminal oder eine Terminalemulation, die dort ausgefüllt und über eine Eingabetaste an den Großrechner zurückgeschickt werden.

Um 1990 entwickelte Borland Turbo Vision als DOS-basiertes TUI-Framework, 1991 lieferte Microsoft Visual Basic für DOS aus. Unter Unix-artigen Betriebssystemen werden zeichenorientierte Benutzerschnittstellen oft mit curses respektive ncurses erstellt. Das Programm dialog stellt viele Fähigkeiten von ncurses bereit, die aber ohne Programmierkenntnisse genutzt werden können.

Beispiele

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Des Weiteren nutzen die meisten Bootloader und BIOS-Setup-Programme zeichenorientierte Benutzerschnittstellen. Auch bei vielen Installationsroutinen von Betriebssystemen handelt es sich um TUIs.

Siehe auch

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Literatur

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  • J. W. Chen, J. Zhang: Comparing Text-based and Graphic User Interfaces for novice and expert users. In: AMIA.. Annual Symposium proceedings / AMIA Symposium. AMIA Symposium. 2007, S. 125–129, PMID 18693811, PMC 2655855 (freier Volltext). Zitat: „The results show that the GUI interface was not better than the TUI for expert users.“
  • Park, Jonghyuk, and Nakhoon Baek. „A light-weight text-based user interface module for small embedded systems.“ Int. J. of Control and Animation 5.4 (2012): 169–174.
  • Park, J. & Baek, N. Kim, J. K. & Joukov, N. (Eds.). „An Object-Oriented Programming Interface for Low-Tier Text-Based Windowing Systems.“ Information Science and Applications (ICISA) 2016, Springer Singapore, 2016, 481–487. doi:10.1007/978-981-10-0557-2_48 Zitat: „In this paper, we present an object-oriented implementation of the TUI windowing systems, also with object-oriented application programming interfaces. Our system is very simple and intuitive, with few amount of computing resource. It supports multiple windows, context menus, message boxes, and other user interface components, with graceful object-oriented application interfaces.“

Einzelnachweise

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  1. D. I. Clark, J. D. Newmarch: Application level user interfaces for various media. In: Technology of Object-Oriented Languages and Systems (TOOLS 32 Proceedings, Melbourne, Vic.). 1999, doi:10.1109/TOOLS.1999.809411: „In this paper, we focused on a small footprint, light-weight but efficient user interface toolkit. To overcome the memory limitations and lack of computing powers, after a sequence of experiments, we finally designed a text-based user interface (TUI) style toolkit, for low-tier embedded systems.“

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