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Matthias Troyer (ca. 2020)

Matthias Troyer (* 18. April 1968 in Linz) ist ein österreichischer Physiker und Hochschullehrer.

Troyer maturierte 1986 im Europagymnasium Auhof in Linz, wo er im selben Jahr die Goldmedaille bei der Internationalen Chemieolympiade erhielt.[1] Danach studierte er Physik an der Universität Linz und der ETH Zürich, an der er 1991 sein Diplom erhielt und 1994 bei Diethelm Würtz und Thomas Maurice Rice promoviert wurde. Thema der Dissertation, für die er die Goldmedaille der ETH Zürich erhielt, war die numerische Lösung von Fermionen in niedrigdimensionalen Systemen. Als Post-Doktorand war er als Fellow der Japan Society for the Promotion of Science an der Universität Tokio und war ab 1998 Assistent an der ETH Zürich. 2005 wurde er Professor.

Er entwickelt Algorithmen zur Simulation von quantenmechanischen Vielteilchensystemen und untersuchte unter anderem Quantenphasenübergänge, ultrakalte Atomgase, Supersolidität von Bosonen, Quantenmagnete, quantenmechanische Maschinen, stark korrelierte Elektronensysteme. Er initiierte das Open-Source-Projekt ALPS,[2][3][4] um Algorithmen in Vielteilchensystemen der wissenschaftlichen Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Er ist Fellow der American Physical Society (2011). 2004 war er Mitglied des Aspen Center for Physics, zu dessen Trustees er seit 2014 gehört.

2012 erhielt Troyer einen ERC Advanced Grant. 2016 erhielt er den Aneesur-Rahman-Preis[5] für Pionierarbeiten in mehreren scheinbar unzugänglichen Bereichen des quantenmechanischen Vielteilchenproblems und dafür, dass er effiziente, ausgefeilte Computerprogramme der wissenschaftlichen Gemeinschaft zugänglich machte (Laudatio).[6] Für 2019 wurde Troyer der Hamburger Preis für Theoretische Physik zugesprochen.

Im Juni 2019 wechselte Matthias Troyer von der ETH Zürich in die Privatindustrie als Distinguished Scientist und später Technical Fellow zu Microsoft in den USA.[7]

Schriften

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  • mit H. Tsunetsugu, D. Würtz: Thermodynamics and spin gap of the Heisenberg ladder calculated by the look-ahead Lanczos algorithm, Phys. Rev. B, Band 50, 1994, S. 13515
  • mit D. C. Johnston, P. C. Canfield u. a.: Thermodynamics of spin S= 1/2 antiferromagnetic uniform and alternating-exchange Heisenberg chains, Phys. Rev. B, Band 61, 2000, S. 9558
  • mit G. Battrouni u. a.: Mott domains of bosons confined on optical lattices, Phys. Rev. Lett., Band 89, 2002, S. 117203
  • mit U. J. Wiese: Computational complexity and fundamental limitations to fermionic quantum Monte Carlo simulations, Phys. Rev. Letters, Band 94, 2005, S. 170201
  • mit S. Wessel: Supersolid hard-core bosons on the triangular lattice, Phys. Rev. Lett., Band 95, 2005, S. 127205
  • mit P. Werner, A. Comanac, L. De'Medici, A. J. Millis: Continuous-time solver for quantum impurity models, Physical Review Letters, Band 97, 2006, S. 076405
  • mit E. Gull, A. J. Millis, A. I. Lichtenstein, A. N. Rubtsov, P. Werner: Continuous-time Monte Carlo methods for quantum impurity models, Reviews of Modern Physics, Band 83, 2011, S. 349
  • mit S. Boixo u. a.: Evidence for quantum annealing with more than one hundred qubits, Nature Physics, Band 10, 2014, S. 218
  • mit S. Boixo u. a.: Defining and detecting quantum speedup, Science, Band 345, 2014, S. 420–424
  • mit A. A. Soluyanov, D. Gresch, Z. Wang, Q. S. Wu, X. Dai, B. A. Bernevig: Type-II Weyl Semimetals, Nature, Band 527, 2015, S. 495
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Commons: Matthias Troyer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Aneesur Rahman Prize an Prof. Dr. Matthias Troyer. In: europagym.at. Abgerufen am 22. Februar 2026.
  2. Albuquerque u. a.: The ALPS project release 1.3: Open-source software for strongly correlated systems, Journal of Magnetism and Magnetic Materials, Band 310, 2007, S. 1187–1193, Arxiv
  3. Bela Bauer u. a.: The ALPS project release 2.0: open source software for strongly correlated systems, Journal of Statistical Mechanics, Band 2011, 2011
  4. ALPS Project (Memento des Originals vom 7. Juli 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/alps.comp-phys.org
  5. Aneesur Rahman Preis
  6. Laudatio: For pioneering numerical work in many seemingly intractable areas of quantum many body physics and for providing efficient sophisticated computer codes to the community.
  7. Matthias Troyer. linkedin.com, abgerufen am 2. Mai 2022.

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