David Wylie Samuelson (* 6. Juli 1924 in London; † 28. Oktober 2015 ebenda) war ein britischer Kameramann, Filmtechniker und Autor. Für seine Entwicklungen im Bereich der Kameratechnik wurde er dreimal mit einem Oscar ausgezeichnet.

Leben

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David Samuelson wurde am 6. Juli 1924, nach anderen Angaben am 7. oder 27. Juli 1924, in London geboren.[1][2][3] Sein Vater war der Filmproduzent und Regisseur G. B. „Bertie“ Samuelson, Gründer der G. B. Samuelson Productions und ein Pionier des britischen Films.[4] Seine Brüder waren Sydney Samuelson, Anthony „Tony“ Samuelson und Michael Samuelson.[4] Die Vorfahren seiner jüdischen Familie waren in den 1840er Jahren von Polen nach England emigriert.[5]

Samuelson begann seine Karriere in der Filmindustrie 1941 im Alter von 16 Jahren als Filmvorführer- und Filmschnitt-Assistent bei British Movietone News.[5][4] Während des Zweiten Weltkriegs diente er in der Royal Air Force als Flugingenieur.[5] 1947 kehrte er nach Ende seines Wehrdienstes zu Movietone News zurück und wurde Kameramann für die Nachrichten. Er filmte im Laufe seiner Karriere in über vierzig Ländern unter anderem die Hochzeit und Krönung von Elisabeth II., den Untergang der Flying Enterprise im Ärmelkanal, den Flugunfall bei der Farnborough Airshow 1952, die Beerdigung von Winston Churchill, die Hochzeit von Charles, Prince of Wales, und Lady Diana Spencer, vier Olympische Spiele und zwei FIFA-Fußball-Weltmeisterschaften.[4][5]

Von David Samuelson mitentwickelter Louma-Kamerakran (2005)

In den frühen 1960er Jahren ging er als Technischer Direktor zu den von seinem Bruder Sydney Samuelson gegründeten Samuelsons Film Services.[5] Er entwickelte im Laufe seiner Karriere zahlreiche technische Geräte für die Arbeit von Kameraleuten, darunter den fernsteuerbaren Louma-Kamerakran, den Samcine MK II Schärfentiefe-Rechner[6], robustere Aluminium-Gerätegehäuse und die dSam Depth of Field Testkarten.[7] Samuelson reichte mehrere seiner Erfindungen als Patent ein.[8]

Samuelson war Mitglied und Fellow der British Kinematograph, Sound and Television Society (BKSTS), die er von 1970 bis 1972 als Präsident leitete, von 1971 bis 1989 Chairman des British Board of Film Classification (BBFC), von 1980 bis 1987 Governor der British Society of Cinematographers (BSC), von 1981 bis 1993 Governor der London International Film School, Fellow der Royal Photographic Society sowie Life Fellow der Society of Motion Picture and Television Engineers (SMPTE).[4][9]

Samuelson sammelte zudem Literatur zur Kameraarbeit und historische Filmkameras und baute so eine umfangreiche Sammlung über die Geschichte der Filmkameras auf.[4]

David W. Samuelson starb am 28. Oktober 2015 nach längerer Krankheit im Alter von 91 Jahren in einem Londoner Krankenhaus.[10]

Schriften

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  • Motion Picture Camera Techniques. Hastings House, London, New York, 1978, ISBN 0803847009.
  • Motion Picture Camera Data. Focal Press, London, Boston, 1979, ISBN 0240509986.
  • Motion Picture Camera and Lighting Equipment: Choice and Technique. (2. Ausgabe) Focal Press, London, Boston, 1986, ISBN 0240512618.
  • David Samuelson's "Hands-on" Manual for Cinematographers. (2. Ausgabe) Focal Press, New York, 2013, ISBN 978-0-080-50788-0.

Auszeichnungen

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David Samuelson wurde für seine Entwicklungen im Bereich der Kameratechnik von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences mit folgenden Preisen ausgezeichnet:[11]

  • Oscarverleihung 1981: Oscar für Wissenschaft und Entwicklung (Scientific and Engineering Award): an Jean-Marie Lavalou, Alain Masseron und David Samuelson von Samuelson Alga Cinema S.A. und Samuelson Film Service, Limited, „für die Konstruktion und Entwicklung des Louma-Kamerakran- und Fernsteuerungssystems für die Filmproduktion“
  • Oscarverleihung 1987: Oscar für technische Verdienste (Technical Achievement Award) an David W. Samuelson „für die Entwicklung von Programmen, die in einen Taschencomputer für Kameraleute integriert sind“ und William B. Pollard „für das Beitragen der neuen Algorithmen, auf denen diese Programme basieren.“
  • Oscarverleihung 2005: Academy Award of Merit: an Jean-Marie Lavalou, Alain Masseron und David Samuelson „für die Entwicklung und Konstruktion des Louma-Kamerakrans und des zugehörigen Fernsteuerungssystems für Filmproduktionen. Die Louma war Vorreiter bei der Entwicklung eines ferngesteuerten Kamerakopfes in Kombination mit einem leichten und tragbaren modularen Kran. Sein Design diente als Inspiration für zahlreiche nachfolgende fernsteuerbare Kamerasysteme.“

Beim Camerimage International Film Festival 2006 wurde Samuelson zudem mit einem Sonderpreis für innovative Leistungen beim Film ausgezeichnet.[12]

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Einzelnachweise

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  1. Application for Incorporation of DSAM London LLP. In: company-information.service.gov.uk vom 23. November 2006.
  2. Change of Member's details for DSAM London LLP. In: company-information.service.gov.uk vom 23. November 2010.
  3. Mark Lyndon, Thomas Hauerslev: A Lifetime with the Movies. In: in70mm.com, Interview vom 14. November 2014.
  4. a b c d e f Remembering David Samuelson. In: britishcinematographer.co.uk vom 1. März 2016.
  5. a b c d e Ron E. Collins: David Samuelson BSC. In: bscine.com, abgerufen am 1. März 2026.
  6. Samuelson Mk. II Calculator. In: photocalcul.com, abgerufen am 1. März 2026.
  7. James zu Hüningen: dSam Depth of Field Test. In Lexikon der Filmbegriffe, online unter filmlexikon.uni-kiel.de, abgerufen am 1. März 2026.
  8. David W. Samuelson. In: patents.justia.com, abgerufen am 1. März 2026.
  9. SMPTE Fellows. In: smpte.org, abgerufen am 1. März 2026.
  10. Tribute to David. In: samuelsonfilmservice.co.uk, abgerufen am 1. März 2026.
  11. David Samuelson. In: awardsdatabase.oscars.org, abgerufen am 1. März 2026.
  12. Camerimage 2006. In: camerimage.pl, abgerufen am 1. März 2026.

📚 Artikel Terkait di Wikipedia

Samuelson

Industrieller Bertil Samuelson (* 1974), dänischer Ruderer Cecil O. Samuelson (* 1941), President der Brigham Young Universität David Samuelson (1924–2015), britischer

G. B. Samuelson

British Film Commissioner, sein Sohn David Samuelson Kameramann, Filmtechniker und Autor. Sydneys Sohn Peter Samuelson wurde wiederum Filmproduzent. 1914:

Eurovision Song Contest 1975

Spanien 1945 Spanien – Juan Carlos Calderón Schweden Schweden – Lars Samuelson Italien Italien – Natale Massara In diesem Jahr wurde das für den Eurovision

U-Boot in Not

ist ein US-amerikanischer Katastrophenfilm, der 1978 unter der Regie von David Greene gedreht wurde. Captain Paul Blanchard, Kommandant des Atom-U-Boots

Phillips-Kurve

publiziert. Sie ist seitdem mehrfach modifiziert worden, etwa von Paul A. Samuelson und Robert Merton Solow 1960 zur sogenannten erweiterten Phillips-Kurve

ISACA

Aktionsraum weltweit Personen CEO: seit 2023: Erik Prusch 2019–2023: David Samuelson 2014–2018: Matthew S. Loeb 1992–2013: Susan M. Caldwell Website www

Eurovision Song Contest 1979

Roy Niederlande Niederlande – Harry van Hoof Schweden Schweden – Lars Samuelson Norwegen Norwegen – Sigurd Jansen Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich

Kamerakran

die Franzosen Jean-Marie Lavalou und Alain Masseron sowie der Brite David Samuelson einen Oscar für Wissenschaft und Entwicklung (Scientific and Engineering