Wesentlicher Nutzen von charakteristischen Funktionen liegt darin, dass viele schwerer greifbare Eigenschaften des endlichen Maßes sich als Eigenschaft der charakteristischen Funktion wiederfinden und dort als Eigenschaft einer Funktion leichter zugänglich sind. So reduziert sich beispielsweise die Faltung von Wahrscheinlichkeitsmaßen auf die Multiplikation der entsprechenden charakteristischen Funktionen.
Gegeben sei ein endliches Maß auf . Dann heißt die komplexwertige Funktion
definiert durch
die charakteristische Funktion von . Ist ein Wahrscheinlichkeitsmaß, so folgt die Definition analog. Ist speziell eine Zufallsvariable mit Verteilung gegeben, so ist die charakteristische Funktion gegeben durch
Ist Poisson-verteilt, so besitzt die Wahrscheinlichkeitsfunktion
.
Mit der oben aufgeführten Darstellung für die charakteristische Funktion mittels Wahrscheinlichkeitsfunktionen ergibt sich dann
Ist exponentialverteilt zum Parameter , so besitzt die Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion
Damit ergibt sich
Weitere Beispiele für charakteristische Funktionen sind weiter unten im Artikel tabelliert oder befinden sich direkt im Artikel über die entsprechenden Wahrscheinlichkeitsverteilungen.
Eigenschaften als Funktion
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Die charakteristische Funktion einer Zufallsvariablen, die auf (−1,1) stetig gleichverteilt ist. Im Allgemeinen sind charakteristische Funktionen jedoch nicht reell-wertig.
Existenz
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Die charakteristische Funktion existiert für beliebige endliche Maße und somit auch Wahrscheinlichkeitsmaße bzw. Verteilungen von Zufallsvariablen, da wegen
das Integral stets existiert.
Beschränktheit
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Jede charakteristische Funktion ist immer beschränkt, es gilt für eine Zufallsvariable , dass
.
Im allgemeinen Fall eines endlichen Maßes auf gilt
.
Symmetrie
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Die charakteristische Funktion ist genau dann reellwertig, wenn die Zufallsvariable symmetrisch ist.
Des Weiteren ist stets hermitesch, das heißt, es gilt
Interessant ist insbesondere, wann eine Funktion die charakteristische Funktion eines Wahrscheinlichkeitsmaßes ist. Eine hinreichende Bedingung liefert der Satz von Pólya (nach George Pólya):
Ist eine Funktion
Es gilt der folgende Eindeutigkeitssatz: Wenn , Zufallsvariablen sind und für alle gilt, dann ist , d. h. und haben die gleiche Verteilungsfunktion. Folglich kann damit die Faltung einiger Verteilungen leicht bestimmt werden.
Auch für nukleare Räume existiert der Begriff der charakteristischen Funktion. Die Funktion , definiert auf dem nuklearen Raum , heißt charakteristische Funktion, wenn folgende Eigenschaften gelten:
ist stetig,
ist positiv definit, d. h. für jede Wahl ist
ist normiert, d. h.
In diesem Fall besagt der Satz von Bochner-Minlos, dass ein Wahrscheinlichkeitsmaß auf dem topologischen Dualraum induziert.
Für zufällige Maße
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Die charakteristische Funktion lässt sich auch für zufällige Maße definieren. Sie ist dann jedoch ein Funktional, ihre Argumente sind also Funktionen. Ist ein zufälliges Maß, so ist die charakteristische Funktion gegeben als
Die wahrscheinlichkeitserzeugende Funktion einer -wertigen Zufallsvariable ist definiert als . Demnach gilt der Zusammenhang .
Die momenterzeugende Funktion einer Zufallsvariable ist definiert als . Demnach gilt der Zusammenhang , wenn die momenterzeugende Funktion existiert. Im Gegensatz zur charakteristischen Funktion ist dies nicht immer der Fall.
Außerdem gibt es noch die kumulantenerzeugende Funktion als Logarithmus der momenterzeugenden Funktion. Aus ihr wird der Begriff der Kumulante abgeleitet.
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Folate-Carrier, ein Transportprotein, siehe Folattransporter 1 Reflection Characteristic, spezifische Reflexionseigenschaften von Objekten in Bezug auf Strahlung